Leben in Würde bis zum Schluss

WAZ, 30.11.2011

Heute wird der Hospizverein Wattenscheid volljährig. Seit 18 Jahren engagieren sich die wenigen hauptamtlichen und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in der Sterbebegleitung.

Am 1. Dezember 1993 gründeten 14 Frauen und Männer der unterschiedlichsten Professionen den Verein auf ökumenischer Basis. Unter ihnen waren Dr. Heinrich-Walter Greuel, Chefarzt am Marien-Hospital, Dietmar Ewerling, Geschäftsführer des Martin-Luther-Krankenhauses, Caritas-Direktor Ulrich Schirmer, Pfarrerin Jutta Wrann-Bergmann und Norbert Philipp, ev. Kirchengemeinde Wattenscheid.

Im Sommer 1994 zählte der Verein bereits rund 50 Mitglieder. Und auch das zunächst noch kleine Team von etwa einem Dutzend ehrenamtlicher Sterbebegleiter wuchs schnell.

In 2001/2002 folgten wichtige Schritte auf dem Vereinsweg: Per Gesetz wurden die gesetzlichen Krankenkassen zur finanziellen Förderung der ambulanten Hospizarbeit verpflichtet. „Damit konnte ein Teil der Personalkosten gedeckt und manche Sorge zer-streut werden“, bilanziert heute der ehrenamtliche Geschäftsführer Siegfried Schirmer. Neben der ambulanten Sterbebegleitung verstärkte der Verein seine Trauerarbeit. Pfarrerin Jutta Schirmer wurde von der Kirche als Krankenhausseelsorgerin freigestellt und konnte ab 2002 als Trauerbegleiterin den vereinseigenen TrauerTreffPunkt für Einzelgespräche, Gruppen und ein wöchentliches Trauercafé ausbauen.

„Erfreulich bleibt über die ganze Zeit bis heute die Tatsache, dass sich nach wie vor immer wieder engagierte Menschen finden, die die Befähigungskurse zur Sterbebegleitung absolvieren und so die durch Alter oder Krankheit entstehende Lücken bei den Ehrenamtlichen wieder schließen“, so Schirmer. Und erfreulich sei, dass es immer wieder Förderer mit kleinen und größeren Spenden gebe, die neben Zuschüssen, Bußgeldern und Mitgliedsbeiträgen zu einer Deckung der anfallenden Kosten beitragen.

Heute machen rund 35 Ehrenamtliche in der Sterbe- und Trauerbegleitung mit den Koordinatorinnen Christel Müller-Ovelhey und Bruni Duffner sowie der Trauerbegleiterin Gesine Maurer das Herzstück des Vereins aus, der gerade das 350. Mitglied aufgenommen hat.

Für die Zukunft sehen die Verantwortlichen des Vereins die wachsende Mitarbeit in der ambulanten palliativen Versorgung als vorrangige Aufgabe. Schirmer: „Im Palliativnetz Bochum setzt man mit Palliativ-Medizinern, Fachpflegekräften und anderen Hospizeinrichtungen alles daran, sterbenden Menschen in Wattenscheid möglichst in ihrer vertrauten Umgebung, also zu Hause oder im Altenheim, eine schmerzfreie und würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen“.

Weitere Info zum Hospizverein unter 903 413 oder unter www.hospizverein-wattenscheid.de im Internet.

Redaktion Wattenscheid, 30.11.2011